Sonntag, 01. Juni, 12:00 – 13:45 Uhr

mit Maria Tsenekidou

Hier geht es um den Nutzen politisch-psychologischer Sichtweisen auf das Verhältnis von Herrschaft, Wissenschaft, Bildung und praktischen Befreiungsmöglichkeiten. Unter aktuellen Gesichtspunkten stelle ich in einer historischen Spurensuche Thesen und Fragen zu einem nicht veralteten Grundmotiv politischer Psychologie zur Diskussion: Das der individuellen und kollektiven Selbstaufklärung und Selbstbefreiung von verselbständigter und psychisch verinnerlichter gesellschaftlicher Herrschaft. Grundthese ist: Die Verwirklichung emanzipatorischer Potenziale von Bildung und Wissenschaft setzt (lebens-)geschichtliches Lagebewusstsein und kollektive Politisierungsprozesse auf subjektiver Seite voraus. Leicht gesagt. Aber was sind und wären denn emanzipatorische Politisierungsprozesse und was steht ihnen wie im Wege? Was lässt sich in demokratisch entwickelten Alternativentwürfen und Praktiken rüberretten von den bürgerlich-liberalen Aufklärungs-Idealen, die in ihrer neo-liberalen real-zynischen Variante radikale Kritik und Befreiung praktisch zu verunmöglichen scheinen? Wozu denn etwas davon retten wollen? Und ist die Frage nach Befreiungsmöglichkeiten über „pluralisierte“ und „individualisierte“ Lifestyleangebote hinaus überhaupt noch sinnvoll nach all den historischen Erfahrungen missglückter Befreiungen? Habe Anregungen im Gepäck, aber keine Patentrezepte. Auf eine spannende Diskussion!