Freitag, 30. Mai, 18:00 – 19:45 Uhr

mit Franziska Martinsen

Feministische Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie untersucht unter Bezug auf vielfältige Methoden, inwiefern die Kategorie ‚Geschlecht‘ die Bedingungen und Möglichkeiten unserer Erkenntnis und unseres Wissens beeinflusst. Die sowohl expliziten als auch insbesondere die sublimen und unterschwelligen geschlechter- und herrschaftsbezogenen Implikationen von wissenschaftlichen Idealen und Zielsetzungen werden von Feminist_innen aufgedeckt und kritisch befragt. Der Anspruch der feministischen Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie besteht darin, die bestehenden strukturellen Merkmale vermeintlich ‚wertneutraler‘ Wissenserlangung zu dekonstruieren und dabei Alternativen zu entwerfen. Im Vortrag wird anhand von anschaulichen Beispielen dargelegt, dass der für das Selbstverständnis von Wissenschaft so zentrale Begriff der ‚Objektivität‘ als androzentrisch und hierarchieaffin zu entlarven ist. Mit Autor_innen wie Patricia Hill Collins, Evelyn Fox Keller, Sandra Harding, Donna Haraway u.a. werden feministisch-partizipative und dabei durchaus machtvolle Strategien der Erkenntnis und Wissenserlangung aufgezeigt.