Sonntag, 01. Juni,10:00 – 11:45 Uhr

mit Jonathan Nowak

Das jährlich in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ erscheinende Hochschulranking hat sich als ein zentraler Informationspunkt für viele angehende Studierende entwickelt. Wenigen ist dabei bekannt, dass diese Ranking von einem privaten Think-Tank, dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) der Bertelsmann-Stiftung,
entworfen und durchgeführt wird.
In den letzten Jahren wurde aber vereinzelt Kritik am Ranking laut: es sei selbst unwissenschaftlich und voller methodischer Mängel, würde die fächerspezifischen Besonderheiten weitestgehend ignorieren und bedenkliche Schwerpunkte setzen. Auch die angebliche Motivation des CHE, die Unterstützung der (zukünftigen) Studierenden wurde gelegentlich in Frage gestellt.
Das bekannte Hochschulranking ist dabei längst nicht mehr das einzige im Portofolio des CHE: teils sollen spezialisierte Erhebungen bestimmte Forschungsbereiche vergleichbarer machen,andererseits soll der Erfolg auf europäische Ebene exportiert werden. Die Wissenschaftslandschaft soll so vermessbarer und vergleichbarer gemacht werden.
Tatsächlich nimmt das CHE seit seiner Gründung 1994 selbst massiv Einfluss auf die Hochschulpolitik. Mit Pressemitteilungen, Strategiepapieren und direkter Lobbyarbeit war das CHE an fast jeder bedeutenden Entwicklung, wie beispielsweise Studierengebühren, Bachelor-Master-Umstellung, Stiftungsuniversitäten, Hochschulräten – im Hochschulbereich massiv beteiligt.