Samstag, 31. Mai, 10.00 – 11:45 Uhr

mit Peter Ullrich

Der Vortrag beleuchtet das Verhältnis von sozialwissenschaftlichen Forschungsmethoden und Gesellschaftskritik.
Einige Methoden beanspruchen für sich per se “kritisch” zu sein. Andere haben möglicherweise ein besonderes gesellschaftskritisches Potenzial. Diese sollen vorgestellt und auf ihren Kritikbegriff hin befragt werden.
Doch kritisches Forschen erfordert weitere Überlegungen. Welchen Zwecken dient die Forschung? Wie gestaltet man das Verhältnis zu den “Beforschten” ohne es zu einem rein instrumentellen verkommen zu lassen? Welche anderen ethischen, datenschutzrechlichen und forschungsimmanenten Gütekriterien sind anzulegen?
Kritische Wissenschaft will Macht und Herrschaft, Gewalt und Unterdrückung, Unfreiheit und Ausschließung aufdecken und bietet dafür ihre eigenen Zugänge und Methoden an. Mit kritischer Forschung wird versucht zu zeigen, dass nicht alles so ist, wie es scheint und nicht alles so bleiben muss, wie es ist.

Literatur:
Kritik mit Methode? Forschungsmethoden und Gesellschaftskritik. Reihe: Texte der RLS Bd. 42 von Ulrike Freikamp, Matthias Leanza, Janne Mende, Stefan Müller, Peter Ullrich, Heinz-Jürgen Voß (Hrsg.), http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Texte-42.pdf

Ullrich, Peter 2010: Kritik mit Methode? Sieben Thesen zum Verhältnis von Forschungsmethoden und Gesellschaftskritik, in: Dege, Martin; Grallert, Till; Dege, Carmen; Chimirri, Niklas (Hrsg.): Können Marginalisierte (wieder)sprechen. Zum politischen Potenzial der Sozialwissenschaften, Gießen: Psychosozial-Verlag, S. 35-51.