Kritische Wissenschaft wie Wissenschaftskritik stecken – heute – in dem Dilemma, dass sie, den aufklärerischen, womöglich emanzipatorischen Absichten zum Trotz, von der Gesellschaft, die es grundsätzlich und notwendig zu kritisieren gilt, isoliert bleiben: Entgegen aller proklamierten szientifischer oder epistemischer Radikalität, die längst alle Fakultätsgrenzen durchbrochen hat und mit einer großen öffentlichen Aufmerksamkeit (von Quantenphsyik bis Queer Studies) rechnen kann, erweisen sich die akademisch kanonisierten Wissenschaften mehr denn je als eingebunden in die verwaltete Welt, einem neuen universitären Sachzwanzgs- und Leistungspositivismus folgend, der alle Fröhlichkeit zwischen Ranking und Karriereleiter verloren hat, der das, was heutzutage so als Forschung und vor allem Forschungsresultat präsentiert wird, bei weitem an drögen Traditionalismus überbietet, was noch in den Frühstunden des spätkapitalistischen Betriebs Horkheimer von einer kritischen Theorie unterschied. Marx hat dafür schon das polemische Etikett von der Wurstfabrik benutzt. Das soll Ausgangspunkt sein. Ebenso die kritisch-theoretischen Bemerkungen über Wissenschaft und Krise von Horkheimer, 1932. Zur Diskussion stelle ich Thesen.